Ausgangssituation, Zielsetzung, Projektkonzept, Parallelprojekt, Finanzierung und Organisation
Ausgangssituation
Die Schulen sind durch den technologischen Wandel gefordert. Die Digitalisierung von bestehenden Unterrichtsmaterialien ist allerorts im Gange. Zu Recht, denn in einigen Jahren werden keine VHS-Videoabspielgeräte mehr zu kaufen sein und die Diaprojektoren werden ausser Gebrauch gesetzt.
Neu erstellte Informationen oder Materialien, seien das Endprodukte von Schüler-Projektwochen oder Bildsammlungen von Lehrpersonen, Unterrichtsmaterial von Lehrpersonenteams oder Erinnerungsvideos von der Jubiläumsveranstaltung der Schule, werden zwar durchwegs digital erstellt. Ihre zweckmässige Lagerung an einem zentralen Ort, ihre rasche Abrufbarkeit und Veränderbarkeit sind aber Anforderungen, an deren Einlösung noch viel gearbeitet werden muss.

Zielsetzung
Das Projekt „sinapsis“ setzt sich zum Ziel, dieser Bewegung eine Richtung, die sich daraus ergibt, dass wir Antworten auf die entscheidenden Fragen suchen:
· Die Mediotheken sind die Informationszentren der Schule. Welches ist ihre Funktion bei der Beschlagwortung, Lagerung und Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien auf einer Datenbank?
· Wie müssen die Tauschregeln ausgestaltet sein, damit die Produzentinnen und Produzenten der Unterrichtsmaterialien, die Lehrpersonen, in der Teamarbeit einen echten Mehrwert entdecken? Was kann sie veranlassen, ihre Erzeugnisse den andern zur Verfügung zu stellen?
· Liegen die Autorenrechte der Unterrichtsmaterialien ausschliesslich bei den Hersteller/innen? Unter welchen Umständen besteht ein Recht zur Veränderung und Weiterverwendung der Materialien?
· Wer soll Zugang zu der Datenbank haben? Nur die Lehrpersonen der eigenen Schule, die Schülerinnen und Schüler, andere Schulen?
· Welche Qualitätsmerkmale und Benutzungshäufigkeiten sollen Materialien haben, damit sie digitalisiert und in eine Datenbank abgelegt werden?
· Welche Qualitätsstandards soll die Digitalisierung erfüllen?
· Wer leistet diese enorme Arbeit?
· Wie muss die Datenbank ausgelegt sein, damit sie die von der Schule bestimmten Zugangswege offen hält und bei Bedarf mit andern Schulen vernetzt werden kann?

Projektkonzept
Das Projekt zur Digitalisierung von Unterrichtsmaterialien wird an drei Pilotschulen der Sekundarstufe II durchgeführt, an den Berufsschulen Rüti und Baden und der Kantonsschule Zürcher Oberland. Das Schulteam klärt in Zusammenarbeit mit einem Fachexperten den heutigen Zustand der schulhauseigenen Unterrichtsmaterialsammlungen ab und ermittelt den Bedarf an Digitalisierung. Ausgehend von dieser Analyse werden drei Modelle entwickelt.

· Die drei Modelle geben darüber Auskunft, unter welchen organisatorischen, kommunikativen, rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen bestehende Unterrichtsmaterialien und –medien zu digitalisieren sind und wo sie nach erfolgter Digitalisierung abgelegt werden.
· Die Modelle zeigen auf, wie die Lehrpersonen dazu gewonnen werden können, neue Unterrichtsmaterialien, die in den meisten Fällen schon bei der Herstellung digital sind, zu beschlagworten und in die strukturierte Datenablage einzubinden.
· Die Modelle sprechen sich über die Qualität der Digitalisierung, die benützten Speichermedien, die Suchfunktionen und die Zugangswege für die Endbenützer aus. Sie sind so anzulegen, dass alle an der Schule beteiligten Personen die für ihre Zwecke notwendigen Materialien mit einem maximalen Mehrwert benützen können.

Parallelprojekt
Gleichzeitig mit dem Pilotprojekt findet ein Ausbildungsseminar für Mediotheks- und Lehrpersonen statt. Die Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer lernen den Bedarf an Digitalisierung abzuklären, die notwendigen Massnahmen zu planen und mit internen und externen Partnern zu kooperieren. Sie werden vertraut mit Qualitätsstandards, der Versionen-Verwaltung und den technischen und rechtlichen Aspekten der Digitalisierung. Aufgrund dieser Kompetenzen sind sie in der Lage, bei der Integration von Daten und Medien an ihrer Schule beratend mitzuwirken und ihr Wissen weiterzugeben.


Finanzierung und Organisation
Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich finanziert zusammen mit dem Bund das Projekt „sinapsis“. In der Stabstelle des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes gibt es die Stelle eines Mediothekbeauftragten, dessen Aufgabe es ist, die Weiterbildung der Mediothekspersonen der Sekundarstufe II zu konzipieren und die Zusammenarbeit unter den Schul-Mediotheken zu fördern. Das beide Projekte dienen dazu, die Mediothekspersonen als Fachleute der Informationsbeschaffung, -verarbeitung und –bereitstellung ins Bewusstsein der Lehrerschaft zu rücken und damit die Kooperation zwischen Lehr- und Mediothekspersonen zu optimieren.